Der Gesundheitsreport 2009 der Krankenkasse DAK mit dem Schwerpunkt Doping am Arbeitsplatz hat in den Medien eingeschlagen:
Auf welchen Daten beruht die Untersuchung?
Im Auftrag der DAK wurden bundesweit
3.000 Erwerbstätigen im Alter von 20 bis 50 befragt
Was sind die wesentlichen Ergebnisse der Untersuchung?
Da der Bericht ziemlich umfangreich ist, werde ich ihn hier nach und nach durcharbeiten. Auf den ersten Blick scheint er mir sehr gut recherchiert.
Interessant ist unter anderem die Frage, ob die Befragten selbst schon einmal Erfahrung gemacht haben, dass ihnen potente Medikamente ohne medizinische Notwendigkeit empfohlen wurden:

Ebenfalls informativ ist die Auflistung der DAK zu Wirkstoffen zur Verbesserung der kognitiven Leistung und des psychischen Wohlbefindens. Merkwürdig finde ich, dass bei letzten nur das Antidepressivum Fluoxetin (besser kekannt als Prozac) genannt wird.


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In den Pharmazeutischen Nachrichten findet sich ein kurzer Artikel über die Risiken von Gehirndoping:
Neurotransmission als pharmazeutisches Ziel für Gehirndoping stellt heute keine Randerscheinung mehr da. Darauf machte Professor Dr. Christian Behl von der Universität Mainz beim Pharmacon Davos aufmerksam. Zum Beispiel hätten Umfragen in den USA ergeben, dass bis zu 15 Prozent aller College-Studenten schon mal zu einem sogenannten Brainbooster oder Neuropusher gegriffen haben. Für Behl ist das ein gefährlicher Trend. Denn niemand wisse, wie die Langzeitwirkung aussieht.
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Laut einem Bericht der Los Angeles Times könnte das Medikament Fasudil (Wirkstoff: Hydroxyfasudil) zum Gehirndoping eingesetzt werden.
Fasudil wird seit über einen Jahrzehnt zur Behandlung von Schlaganfallopfern verwendet. Jetzt haben US-Forscher in bei mit dem Wirkstoff behandelten Ratten eine sehr viel höhere Lern- und Gedächtnisleistung festgestellt.
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Auf sciencegarden beklagt Patrick Spät die Ökonomisierung der Philosophie und erklärt sich die steigende Verbreitung von Gehirndoping mit dem Druck, dem der wissenschaftliche Nachwuchs ausgesetzt ist:
Der Assistent hat fleißig seine ECTS-Punkte eingesammelt und einen Universitätsabschluss in der Tasche. Er hängt weiter an der Nabelschnur der gelehrten Welt, hat Jargon und Habitus der akademischen Welt verinnerlicht und hangelt sich nach der Promotion von Zeitvertrag zu Zeitvertrag. Hamburg, Frankfurt, Basel, Wien in vier Jahren: Burnout-Syndrom und Kinderlosigkeit inklusive. Die Gefahr des sozialen Abstiegs sitzt ihm stets im Nacken. Eine erschreckende Konsequenz zeigt sich darin, dass immer mehr Akademiker das Gehirndoping (Stichwort: Neuro-Enhancement) für sich entdecken, Aufputschpillen schlucken und mitten in der Nacht auf den Fluren der Universität herumgeistern.
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Ein etwas älteres Interview mit dem „Trendforscher“ Sven Gábor Jánszky über Gehirndoping:
Ich glaube nicht. Aber da spielt die moralische Debatte eine große Rolle. Es gibt in der Regel zwei Sichtweisen:
Die “schöpfungsgeschichtlichen“ Anhänger sagen, dass der Mensch geboren ist, wie er ist, und das darf man nicht verändern. Wenn diese Sichtweise in Deutschland gewinnt, dann muss man einen Dopingtest an Unis einführen.
Die zweite Sichtweise hingegen fragt: Ist es gerecht, dass ein Mensch, der mit weniger Intelligenz geboren ist, diese nicht korrigieren darf? Wenn das die vorherrschende Ansicht wird, wird sich die “Korrektur per Pille“ etablieren.
Sven Gábor Jánszky ist Chef der Leipziger Beraterfirma Forward2Business und verbreitet ähnlich platte Thesen zum Datenschutz.
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In der Time Onlineausgabe findet sich ein Bericht zu Verwendung von Adderall, Ritalin und Modafinil und die Diskussion über die Freigabe dieser Mittel:
Smart drugs are used widely off-campus as well: fighter pilots take stimulants to enhance alertness and cognition on critical missions; in the civilian world, executives take beta-blockers to calm nerves, while some time-pressed writers use wakefulness drugs, like modafinil, to meet deadlines. It’s become commonplace enough that a group of seven leading bioethicists and neuroscientists published an editorial in the science journal Nature last month advocating the use of performance-boosting drugs. „Cognitive enhancement has much to offer individuals and society,“ the authors wrote, „and a proper societal response will involve making enhancements available while managing their risks.“
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Varsity, die Studentenzeitung der Universität Cambridge, berichtet über die Verwendung von Modafinil auf dem Campus:
In an informal survey, Barbara Sahakian, professor of neuropsychology at Cambridge and author of the report, found a number of colleagues to be using Modafinil as a means of fighting off jet lag, improving their academic performance and aiding their social ease at parties.
The director of the Institute for Science, Ethics and Innovation at the University of Manchester, John Harris, has said that the government should “seriously consider” making such drugs available to students without a prescription
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Der deutsche Schachbund diskutiert über die Notwendigkeit von Dopingkontrollen:
Wir laden daher zur Diskussion ein: Gibt es (leistungsförderndes) Doping im Schach? Ist Doping im Schach zumindest denkbar? Sind die Dopingproben im Schach sinnvoll oder überflüssig? War es richtig vom Deutschen Schachbund, sich dem Anti-Doping-Code der NADA zu unterwerfen oder hätte der DSB mehr um seine Sonderstellung kämpfen sollen, auch auf die Gefahr hin, von der Sportförderung ausgeschlossen zu werden?
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„Es ist mit Sicherheit nicht so, dass wir mittlerweile soweit sind, dass eine Pille bestimmte kognitive Leistungen per se verbessert. Also man sollte sich davor hüten, tatsächlich zu glauben, dass die Medizin Fortschritte gemacht hat, dass es heutzutage möglich ist, eine Pille zu nehmen und danach ist man geistig fit oder wesentlich leistungsfähiger zu sein als vorher. Das ist mit Sicherheit ein Irrglaube.“
Der Deutschlandfunk hat am 29.01.2009 ein Special zu Gehirndoping und Neuro Enhancement gesendet. Neben Koffein, geht es vornehmlich um Methylphenidat (Ritalin) und Modafinil (Provigil).
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